Kindergeld & Elterngeld

Kindergeld, Elterngeld, Kinderzuschlag — was Familien 2026 wirklich bekommen und wie du es beantragst.

7 Min. Lesezeit
255 €
Kindergeld / Kind / Monat
1.800 €
Elterngeld max. / Monat
14 Monate
Elterngeld-Bezugsdauer
9.600 €
Kinderfreibetrag / Jahr

Warum Familien in Deutschland finanziell gut stehen

Deutschland zahlt Familien Geld — bedingungslos und einkommensunabhängig. 255 € pro Kind und Monat, jeden Monat, bis mindestens 18 (in Ausbildung bis 25). Das ist einer der höchsten Sätze in Europa und läuft komplett unabhängig davon, wie viel du verdienst.

Dazu kommt Elterngeld nach der Geburt (65 % vom Netto für 12–14 Monate), ein Kinderzuschlag für Geringverdiener, ein Kinderfreibetrag in der Steuererklärung (das Finanzamt rechnet automatisch, was für dich besser ist: Kindergeld oder Freibetrag) und kostenlose Familienversicherung in der GKV. Für eine Familie mit zwei Kindern summiert sich das schnell auf 6.000–10.000 € pro Jahr an direkter Unterstützung.

Wichtig: EU-Bürger haben ab dem ersten Tag mit Wohnsitz in Deutschland Anspruch — auch wenn das Kind noch im Heimatland lebt (Details je nach Fall). Nicht-EU brauchen einen gültigen Aufenthaltstitel, der zum Arbeiten berechtigt.

Wer bekommt was — Überblick 2026

LeistungBetragVoraussetzung
Kindergeld255 €/Kind/MonatWohnsitz in DE, Kind in DE/EU
Elterngeld Basis300–1.800 €/Monat12 Monate nach Geburt (+2 Partnermonate)
ElterngeldPlus150–900 €/MonatDoppelt so lang, Teilzeit möglich
Kinderzuschlagbis 297 €/Kind/MonatWenn Einkommen knapp reicht
Kinderfreibetrag9.600 €/Kind/JahrSteuerlich, statt Kindergeld wenn günstiger
Mutterschaftsgeldbis 13 €/Tag + AG-Zuschuss6 Wochen vor + 8 Wochen nach Geburt

Kindergeld — wer und wie lange

Wer hat Anspruch?

  • EU/EWR-Bürger mit Wohnsitz in Deutschland
  • Nicht-EU mit Niederlassungs- oder Aufenthaltserlaubnis zur Arbeit
  • Kind muss in Deutschland, der EU/EWR oder der Schweiz leben
  • Für Kinder in Drittstaaten meist kein Anspruch

Bis wann?

  • Bis 18: automatisch, ohne Nachweis
  • 18–21: wenn arbeitslos gemeldet
  • 18–25: in Ausbildung, Studium, FSJ/BFD
  • Ohne Altersgrenze: bei Behinderung vor dem 25.

Kindergeld beantragen — Schritt für Schritt

  1. 1Nach der Geburt: Geburtsurkunde beim Standesamt holen (kostenlos beim ersten Mal).
  2. 2Steuer-ID des Kindes abwarten — kommt automatisch per Post vom Bundeszentralamt für Steuern (2–6 Wochen).
  3. 3Online-Antrag bei der Familienkasse ausfüllen — geht komplett digital mit ELSTER oder BundID.
  4. 4Geburtsurkunde und Steuer-IDs (deine + die des Kindes) hochladen.
  5. 5Rückwirkende Zahlung bis zu 6 Monate möglich — also nicht in Panik geraten, aber nicht länger als ein halbes Jahr warten.

Elterngeld — die Grundregel

Elterngeld ersetzt 65 % deines Nettoeinkommens der letzten 12 Monate vor der Geburt, mindestens 300 €, maximal 1.800 € pro Monat. Grundvariante: 12 Monate, plus 2 Partnermonate wenn beide Eltern Elternzeit nehmen — also 14 Monate insgesamt. ElterngeldPlus verdoppelt die Bezugsdauer bei halbem Satz und ist ideal, wenn ein Elternteil in Teilzeit weiterarbeitet.

Wichtig für Nicht-Deutsche: Elterngeld erhält nur, wer einen gültigen Aufenthaltstitel hat, der zum Arbeiten berechtigt (EU-Bürger automatisch). Und: Wer weniger als 12 Monate vor der Geburt in Deutschland gearbeitet hat, bekommt den Mindestsatz von 300 €.

Praxisbeispiel — Familie Iryna & Volodymyr aus Nürnberg

Iryna hat 12 Monate vor der Geburt durchschnittlich 2.400 € netto verdient. Sie nimmt 12 Monate Elternzeit, ihr Mann Volodymyr nimmt die 2 Partnermonate. Elterngeld: 65 % × 2.400 € = 1.560 €/Monat für Iryna (12 Monate), 65 % vom Nettoeinkommen von Volodymyr für seine 2 Monate.

Zusätzlich: 255 € Kindergeld ab Geburt, kostenlose Familienversicherung des Kindes in Irynas Krankenkasse. Nach Ablauf der Elternzeit hat Iryna Rückkehrrecht auf ihre Stelle. Rechnung fürs erste Jahr: rund 18.700 € Elterngeld + 3.060 € Kindergeld = 21.760 € Familien-Support vom Staat — steuerfrei.

Häufige Fehler

  • Kindergeld erst nach einem Jahr beantragen — nur 6 Monate werden rückwirkend gezahlt, der Rest ist weg.
  • Elterngeld-Antrag zu spät stellen — auch hier nur 3 Monate rückwirkend, ab der Geburt sofort einreichen.
  • Vergessen, den Wechsel in Elternzeit dem Arbeitgeber 7 Wochen vorher schriftlich anzukündigen.
  • Nicht wissen, dass Vater/Partner auch Elterngeld bekommen kann — die 2 Partnermonate verschenken viele.
  • Kinderfreibetrag in der Steuererklärung nicht eintragen — bei höherem Einkommen ist er günstiger als Kindergeld.
Praxis-Tipp

Beantrage Kindergeld sofort nach Erhalt der Geburtsurkunde — nicht warten, bis die Steuer-ID des Kindes kommt. Die kannst du später nachreichen; die Familienkasse pausiert den Antrag, aber der Zeitpunkt ist gesichert.

Familienkasse

Kindergeld online beantragen — offizielles Portal der Bundesagentur für Arbeit.

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