Krankenkassen im Vergleich

Alle GKV-Kassen bieten die gleichen Grundleistungen — den Unterschied machen Zusatzbeitrag, App und Kundenservice.

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~ 95
gesetzliche Kassen in DE
14,6 %
Basisbeitrag (bundeseinheitlich)
0,7–3,3 %
Zusatzbeitrag je nach Kasse
12 Monate
Bindung, dann jederzeit wechselbar

Was Kassen unterscheidet (und was nicht)

Alle gesetzlichen Krankenkassen zahlen dieselben Basisleistungen — das ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 12 SGB V, „Wirtschaftlichkeitsgebot“). Arztbesuch, Krankenhaus, Reha, Rezept, Vorsorge: identisch. Der Beitragssatz ist bundeseinheitlich 14,6 % (Arbeitgeber und du je 7,3 %). Der Unterschied kommt aus zwei Ecken: dem Zusatzbeitrag (0,7 % bis 3,3 %) und den „Extras“, die eine Kasse freiwillig bietet.

Zusatzbeitrag: den zahlst du seit 2019 wieder zur Hälfte, dein Arbeitgeber die andere Hälfte. Bei 3.000 € Brutto und 2,5 % Zusatzbeitrag sind das für dich 37,50 €/Monat extra. Kassen mit 0,7 % kosten dich dann nur 10,50 € — 27 € Unterschied im Monat, 324 € im Jahr.

Extras: professionelle Zahnreinigung (30–120 €/Jahr Zuschuss), Osteopathie (bis zu 400 €/Jahr), Bonusprogramm für Vorsorge, Auslandsimpfungen, Reisemedizin, Familienleistungen. Und für Nicht-Deutsche entscheidend: Kundenservice in deiner Sprache, gute App, Video-Sprechstunden.

Große GKV-Kassen 2026 im Überblick

KrankenkasseBeitrag gesamtStärkenFür wen?
TK (Techniker)~17,1 %Beste App, englischer Support, viele ExtrasInternationale, App-Freunde
Barmer~17,2 %Starke Telemedizin, Familienangebote, RehaFamilien
DAK-Gesundheit~17,3 %Guter Online-Service, breite PräsenzSolide Allrounder
AOK~17,0–17,4 %Größte Kasse, viele lokale GeschäftsstellenWer persönliche Beratung will
HEK / hkk~15,7–16,4 %Niedriger Zusatzbeitrag, weniger ExtrasPreis-Optimierer
Mobil Krankenkasse~16,9 %Junge Kasse, gute App, EU-Support in mehreren SprachenNicht-Deutsche

Nach welchen Kriterien wählst du?

Preis (Zusatzbeitrag)

Bei 3.000 € Brutto machen 1 Prozentpunkt Zusatzbeitrag Differenz ~15 €/Monat, also ~180 €/Jahr aus. Nicht wenig — aber nicht das Wichtigste.

Sprache + App

Für Nicht-Deutsche entscheidend

Kann die App Krankmeldung hochladen, Bescheinigungen zeigen, Adresse ändern? Gibt es Support auf Englisch/Polnisch? TK und Mobil sind hier vorn.

Extras, die du wirklich nutzt

Zahnreinigung, Osteopathie, Bonusprogramm — nur wertvoll, wenn du sie auch beanspruchst. Nicht wegen der Zahnreinigung 30 €/Monat mehr zahlen.

So wechselst du die Krankenkasse

  1. 1Neue Kasse aussuchen (Website, Vergleichsportale wie check24.de, Empfehlungen).
  2. 2Bei der neuen Kasse online oder per Formular Mitgliedschaftsantrag stellen. Kassen dürfen dich NIE ablehnen (Aufnahmepflicht, § 175 SGB V).
  3. 3Die neue Kasse kündigt automatisch die alte Kasse für dich — du musst nichts weiter tun.
  4. 4Kündigungsfrist: 2 Monate zum Monatsende. Also: Antrag im März → Wirksamkeit ab 1. Juni.
  5. 5Neue Gesundheitskarte kommt in 2–4 Wochen per Post. Bis dahin arbeitest du mit der alten Karte weiter — die Versicherung ist lückenlos.
  6. 6Deinem Arbeitgeber die neue Mitgliedsbescheinigung geben, damit die Lohnabrechnung angepasst wird.

Häufige Fehler

Wegen 5 € Beitrags­unterschied jährlich wechseln. Der Wechsel ist unkompliziert, aber Kassen fangen erst ab dem 13. Monat wieder an, dich mit Bonusprogrammen etc. zu belohnen. Alle 3–5 Jahre neu prüfen reicht.

Bei einer Nicht-Standard-Kasse landen, die nur einen kleinen Regionalzweig hat und im Alltag schwer erreichbar ist. Bei einer TK bekommst du in Berlin genauso schnellen Support wie in Rostock — bei einer BKK Verbundsplus ggf. nicht.

Zusatzbeitrag ignorieren. Wenn ein Vergleichsportal nur den Basisbeitrag zeigt, ist das nur die halbe Wahrheit — Zusatzbeitrag steht immer in der aktuellen Satzung der Kasse.

Nach dem Wechsel den Arbeitgeber nicht informieren. Dann läuft die alte Kasse weiter im Payroll — bis zu 3 Monate Rückabwicklung.

Praxisbeispiel — Sonja aus Zagreb

Sonja, 28, Dispatcherin bei einer Spedition in Stuttgart, Brutto 3.400 €. Startet bei einer regionalen BKK (17,4 % Gesamtbeitrag, App nur auf Deutsch, kein englischer Support). Nach 8 Monaten ärgert sie sich: Krankmeldung hochladen geht nicht online, sondern nur per Post. Sie wechselt zur TK (17,1 %, top App, englischer Support). Ersparnis: 0,3 % von 3.400 € = 10 €/Monat = 120 €/Jahr. Aber der wahre Gewinn: keine Papiere mehr, keine Übersetzungsstunden, alles über die App. Kündigungsfrist 2 Monate — nach 10 Monaten Gesamt-Umstellungszeit ist sie drin.

Praxis-Tipp

Für Nicht-Deutsche mit soliden App-Ansprüchen: Techniker Krankenkasse (TK) ist der Klassiker — die App kann alles, englischer Chat, Anmeldung online in unter 15 Minuten. Wer besonders auf den Preis achtet: HEK oder hkk. Wer Familie hat und persönliche Ansprechpartner will: AOK vor Ort.

Techniker Krankenkasse (TK)

Anmeldung online in etwa 15 Minuten möglich — auch auf Englisch. Für Neuankömmlinge oft der einfachste Start.

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